Steckbrief & Biologie

Die größte Giraffe der Welt: Rekorde und Fakten

George war die höchste dokumentierte Giraffe aller Zeiten: 5,87 m groß, Masai-Stier, Chester Zoo 1959-1969. Rekorde zu Körpergröße, Gewicht, Neugeborenengröße und das höchste Landtier der Erde.

Zuletzt geprüft: Juli 2026

Giraffes sind die höchsten Landtiere der Erde, und es gibt kaum etwas Beeindruckenderes als sie in ihrer vollen Pracht zu erleben. Aber wer war eigentlich das größte Exemplar aller Zeiten? Die Antwort ist eine faszinierende Geschichte aus dem Jahr 1959, die die biologischen Grenzen des Möglichen aufzeigt.

George: Der Rekordhalter aus Chester Zoo

Die dokumentiert höchste Giraffe aller Zeiten war ein Masai-Stier namens George. Am 8. Januar 1959 kam er aus Kenia zum Chester Zoo nach England und machte sofort mit seiner außergewöhnlichen Körpergröße von sich reden. Mit etwa 5,8 Metern Höhe - manche Quellen berichten von 5,87 m - war George so groß, dass seine Hörner fast das Dach seines Giraffen-Hauses berührten, und dieses war stolze 6,1 Meter hoch. Neun Jahre alt war George, als er in seiner vollen Größe gemessen wurde. Bis zu seinem Tod am 22. Juli 1969 blieb er der dokumentierte Höhenrekordhalter und wurde zu einem berühmten Bewohner des britischen Zoos. Heute ist George in den Guinness World Records verewigt als das höchste je gemessene Tier dieser Art.

Die Normalmaße einer Giraffe

Obwohl George ein absoluter Ausreißer war, sind auch reguläre Giraffes außergewöhnlich groß. Ein erwachsenes Männchen erreicht durchschnittlich 4,6 bis 5,5 Meter Höhe, weibliche Tiere sind mit etwa 4 bis 4,8 Metern etwas kleiner. Ihre langen Hälse machen dabei etwa 1,8 Meter aus und wiegen bis zu 300 Kilogramm - deutlich schwerer als ein Mensch! Die rund 1,8 Meter langen Beine ermöglichen Giraffes, mit bis zu 50 Kilometer pro Stunde zu laufen, obwohl ihre hohe Silhouette etwas anderes vermuten lässt.

Auch das Gewicht variiert beachtlich: Männliche Giraffes wiegen zwischen 1.100 und 1.360 Kilogramm, in Extremfällen bis zu 1.930 Kilogramm. Weibchen sind mit 730 bis 1.180 Kilogramm deutlich leichter. Besonders die Masai-Giraffes - die Art, zu der auch George gehörte - sind die schwersten ihrer Art.

Neugeborenengröße: Ein spektakulärer Start ins Leben

Kaum zu glauben, aber auch Giraffen-Neugeborene sind bereits Riesen im Tierreich. Ein Kalb ist bei der Geburt etwa 1,8 Meter groß und wiegt circa 65 Kilogramm. Diese beachtliche Größe wird nötig, da Giraffenmütter im Stehen gebären - das Neugeborene stürzt etwa zwei Meter zu Boden, wodurch die Nabelschnur reißt und die Geburtshülle aufbricht. Dieser “Sturz” regt das Neugeborene an, seinen ersten Atemzug zu nehmen. Nur eine Stunde später kann das Kalb bereits aufstehen und neben der Mutter laufen, nach etwa zehn Stunden ist es fähig, die Mutter auf ihren Wegen zu begleiten.

Im ersten Lebensjahr zeigen Giraffes eine rasante Wachstumsphase: Sie verdoppeln ihre Höhe etwa und wachsen um rund 1,2 Meter pro Jahr. Ein halbes Jahr alte Kälber beginnen bereits, Blätter zu knabbern, sind aber noch bis zu 9 bis 12 Monate auf die Muttermilch angewiesen.

Das höchste Landtier: Voraussetzungen für extreme Höhe

Die extreme Körpergröße der Giraffe ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Millionen Jahren Evolution. Der lange Hals mit seinen nur sieben Halswirbeln - genauso wie beim Menschen - ermöglicht es, Blätter in Baumkronen zu ergattern, die andere Pflanzenfresser nicht erreichen. Dies führt zu weniger Nahrungskonkurrenz und ist ein enormer Vorteil in der afrikanischen Savanne. Gleichzeitig macht die Höhe Giraffes zu einer attraktiven Beute für Raubtiere, weshalb der Größenvorteil auch mit erhöhten metabolischen Kosten verbunden ist.

Im Jahr 2025 anerkannte die IUCN (International Union for Conservation of Nature) offiziell vier verschiedene Giraffenarten statt bislang einer. Damit kam die wissenschaftliche Klassifikation endlich dem wider, was Fachleute längst wussten: Die genetischen und morphologischen Unterschiede sind erheblich.

Andere Rekorde aus der Giraffen-Welt

Neben George gibt es weitere beeindruckende lebende Giraffen-Rekorde: Forest, ein Masai-Stier aus dem Australia Zoo in Queensland, gilt seit 2020 als das höchste lebende Exemplar mit 5,7 Metern. Damit zeigt sich: Extrem hohe Giraffes entstehen nicht nur durch Zufallsmutationen, sondern benötigen unter den richtigen Bedingungen die richtige genetische Veranlagung und ausreichend Nährstoffe während des Wachstums. Die Giraffe bleibt das beeindruckendste Landtier, das unsere Erde beherbergt. George wird dabei für immer als das größte bekannte Exemplar in der Geschichte eine Legende bleiben.

Häufige Fragen

Wie groß war George, die höchste Giraffe aller Zeiten?

George, ein Masai-Stier aus dem Chester Zoo, war etwa 5,8 bis 5,87 Meter groß (19-19,3 Fuß). Sein Kopf mit Hörnern reichte fast an das 6,1-Meter-hohe Dach seines Giraffen-Hauses.

Wie groß werden Giraffen-Neugeborene bei der Geburt?

Giraffen-Kälber sind bei der Geburt bereits etwa 1,8 Meter groß und wiegen rund 65 Kilogramm. Trotzdem können sie nach etwa einer Stunde bereits stehen und nach zehn Stunden der Mutter folgen.

Welche Giraffe lebt derzeit am höchsten?

Forest, ein Masai-Stier aus dem Australia Zoo in Queensland, ist mit 5,7 Metern die derzeit höchste lebende Giraffe (seit 2020 durch Guinness World Records bestätigt).

Warum benötigen Giraffes so viel Körpergröße?

Die extreme Höhe ist eine Evolutionsanpassung: Mit ihrem langen Hals können Giraffes Blätter in Baumkronen fressen, die andere Pflanzenfresser nicht erreichen. Dies reduziert Nahrungskonkurrenz und ist ein großer Vorteil in der afrikanischen Savanne.

Quellen

  • https://www.guinnessworldrecords.com/world-records/464584-tallest-giraffe-ever
  • https://giraffeconservation.org/facts-about-giraffe/faqs-about-baby-giraffe/
  • https://savegiraffesnow.org/how-much-do-giraffes-weigh/
  • https://tsavotrust.org/how-tall-is-a-giraffe-and-other-giraffe-facts/